Fußmarsch über die Alpen

Über die Alpen auf Ötzis Spuren - die Studienexkursion der Kursstufe des Lichtenstern-Gymnasiums vermittelte grandiose Natureindrücke, ließ jeden seine körperlichen Grenzen ausloten und vermittelte ein intensives Gemeinschaftserlebnis.

in: Ludwigsburger Kreiszeitung vom 3. August 2017

 

Elftklässler des Lichtenstern-Gymnasiums meistern eine ungewöhnliche Herausforderung

 

Die Studienexkursion Transalp 2017 des Lichtenstern-Gymnasiums Sachsenheim startete in eine Woche voller Abenteuer und Grenzerfahrungen. Ziel: Die Alpenüberquerung zu Fuß


Nach einer Bahn- und Busfahrt stiegen die Lichtensternalpinisten in Bach am Lech in den Wanderklassiker Fernweg E5 ein. Heftige Regenfälle erschwerten zu Beginn der Tour den Aufstieg zur Memminger Hütte. Durchgenässt und ausgekühlt kamen die Schülerinnen und Schüler mit ihren Begleitlehrern an ihrem Tagesziel an und mussten feststellen, dass es auf 2.242 m Höhe leider kein warmes Wasser für sie gab. Eine kalte Dusche härtete die Truppe ab und ein heißer Kakao am Abend sorgte für innere Wärme.

 

Um fünf Uhr ertönte im Matratzenlager ein motivierender Weckruf und die Wandergruppe setzte den Weg bei anfangs regnerischem, im Laufe des Tages aber sonnigerem Wetter, weiter. Der Aufstieg zur Seescharte (2.600 Meter) am frühen Morgen machte allen zu schaffen. Mittags ging es vorbei am ersten Schneefeld. Die Tour führte an steilen Abhängen entlang hinab ins Oberinntal nach Zams. Von dort startete die Gruppe den nächsten Aufstieg auf den Krahberg. Die zweite Hütte war absolut „de luxe“. Es gab Sechserzimmer mit einem wunderbaren Ausblick, einem eigenen Bad und warmem Wasser.

 

Nach einem gemütlichen Start am nächsten Morgen folgten die schwierigsten Aufstiege der Alpenüberquerung hinauf zur Braunschweiger Hütte im Pitztal. Gigantische Ausblicke über die Pitztaler Gletscherwelt entschädigten für die Anstrengungen.

 

Tag vier der Transalp-Tour begann mit einer Wanderung zur Martin-Busch-Hütte (2.500 Meter) in den Ötztaler Alpen, wo eine Hüttenmahlzeit die Lichtensterntruppe fit für die restlichen Tagesstrapazen machte. Es folgte ein Panoramaweg und der Anstieg zur nächsten Hütte. Referate, eine Hüttenspielerunde und dann ging es ziemlich flott in die Betten. Auf Ötzis Spuren vorbei am Steinobelisk, der auf den nahen Fundort des Eismannes vom Similaun am Tisenjoch in über 3.200 m Höhe verweist, ging es über Schneefelder immer weiter Richtung Süden. Links Österreich, rechts Italien, dazwischen der Alpenhauptkamm, der einige Teilnehmer mit seinen steilabfallenden Hängen mächtig ins Schwitzen brachte. Nach den Strapazen kam der Bustransfer vom Vernagtstausee nach Katharinenberg Schülern wie Lehrern sehr entgegen.

 

Wieder folgte eine eher ungewöhnliche Übernachtung in der Hütte. Mangels Wasser durften lediglich die Schülerinnen sowie die Begleitpersonen die Dusche nutzen. Für die Jungs gab es exklusiv die Brunnendusche, was nach erstem Zögern einen erhöhten Spaßfaktor mit sich brachte und seinen Zweck ebenfalls erfüllte.

 

Nach einem moderaten Start ging es zur letzten Hütte durch die Schlucht der 1000 Stufen. Am siebten Tourtag kam die Sachsenheimer Wandertruppe mittags in Meran an. Eine Sektdusche und eine echt italienische Pizza waren Lohn für eine Wanderwoche, in der die Elftklässler grandiose Natureindrücke sammeln, körperliche Grenzen ausloten und ganz viel Gemeinschaft erleben konnten. Mit Wehmut folgte am Tag acht die Heimreise per Bus, der die „Lichtensterne“ wohlbehalten zurück nach Sachsenheim brachte.