Weihnachtsklänge in der Stadtkirche

Weihnachtskonzert des Lichtenstern-Gymnasiums in der Sachsenheimer Stadtkirche.

Musikalischer Jahresabschluss des Sachsenheimer Lichtenstern-Gymnasiums

 

in: Vaihinger Kreiszeitung vom 22.12.2017

 

 

Zwei klanggewaltige Weihnachtskonzerte erlebten die Besucher der Sachsenheimer Stadtkirche, denn wieder einmal gaben Schüler des Lichtenstern-Gymnasiums mit ihren Musiklehrern ihren musikalischen Jahresabschluss in St. Fabian und Sebastian.

 

Sachsenheim (oh). Zu Beginn trugen Sophia Sigrist, Sopran, und Jule Hanßmann, Mezzosopran, im Duett ein Magnificat des Stuttgarter Musikers Bobbi Fischer vor. Ruhig und doch zugleich ausdrucksstark sangen die beiden Schülerinnen mit ihren jugendlichen Stimmen diesen andächtigen Lobgesang der Maria, begleitet am Klavier von ihrer Gesangslehrerin Barbara Horn.

 

Mit dem Vokalensemble unter der Leitung von Ruth Rissler folgten danach eher Swingklänge. Das „Run, run to Bethlehem“ von Jay Althouse ist ganz im Stile der afroamerikanischen Gospelchöre gehalten. Stimmgewaltig trugen die Schüler dieses flotte weihnachtliche Musikstück vor. Männer- und Frauenstimmen im steten Wechsel brachten eine unglaubliche Dynamik zum Ausdruck, die das Publikum begeisterte. Präzise Einsätze und große Tonsicherheit kennzeichneten diesen musikalischen Vortrag, bei dem die Schüler mit großer Sangesfreude überzeugten.

 

Die musikalische Arbeit am Lichtenstern-Gymnasium bringt immer wieder echte Musiktalente zusammen. So beim Konzert für zwei Violinen d-Moll von Johann Sebastian Bach. Madeleine Grauer und Cecilia Staudenmaier spielten die Soloviolinen und wurden dabei von einem spielfreudigen Orchester begleitet. Die beiden Neuntklässlerinnen zeigten, dass sie schon in jungen Jahren die Musik Bachs zu einem barocken Wohlklang entwickeln können. Ob im ruhigen Largo oder im abschließenden temporeichen Allegrosatz – die beiden Musikerinnen zeigten, welch großes musikalisches Potenzial in ihnen steckt.

 

Solistische Männerstimmen waren bisher eine Seltenheit bei den Konzerten des Lichtenstern-Gymnasiums. Das hat sich in der jüngsten Vergangenheit geändert und ist eine wirkliche konzertante Bereicherung. Jonathan Wandel trug mit seinem strahlenden Bariton aus den kleinen geistlichen Konzerten von Heinrich Schütz (1585 bis 1672) das frühbarocke Vokalstück „Bringt her dem Herren“ vor. Dabei strahlte der Abiturient große stimmliche Sicherheit aus, die er sich durch seine jahrelange Zugehörigkeit zum Besigheimer Knabenchor Capella Vocalis erworben hat. Begleitet wurde er dabei von seiner Gesangslehrerin Barbara Horn am Klavier. Aus ihren Schülern stellte Horn ihren Chor der Bel-Cantos zusammen. Das bekannte „Adiemus“ mit seiner lateinisch anmutenden Kunstsprache füllte das Großsachsenheimer Kirchenschiff aus. Worte ohne Bedeutung heben den Klang der vielschichtigen Stimmen besonders hervor. Die Lichtensternschüler machten ihre Stimmen zum Instrument und überzeugten mit den geradezu mystischen Klängen des walisischen Komponisten Karl Jenkins.

 

Seine Fortsetzung fand das Konzert mit dem Stück „Vierzehn Englein“ von Ulrich Kaiser, vorgetragen vom Gesamtchor des Sachsenheimer Gymnasiums. Und dieser Chor war, verstärkt durch einige Gastsänger, gewaltig und füllte den begrenzten Altarraum zur Gänze aus. Musiklehrerin Stephanie Müller verstand es mit einer engagierten Chorleitung diesen eher heterogenen Gesamtchor zu einer musikalischen Einheit zu formen, die die weihnachtliche Stimmung mit ihrem Konzertbeitrag noch einmal steigerte.

 

„Vom Himmel hoch“ – das Hauptwerk der beiden Weihnachtskonzerte schrieb Felix Mendelssohn Bartholdy 1830 auf einer Italienreise in Rom, inspiriert durch ein Liederbüchlein Martin Luthers. Unter der Leitung von Musiklehrer Klaus Ulmer brachten Chor, Orchester und Solisten diese anspruchsvolle Choralkantate zur Aufführung. Kräftiger Applaus am Ende des Konzertes machte deutlich, dass die beiden musikalisch vielfältigen Weihnachtskonzerte des Lichtenstern-Gymnasiums auch 2017 bei den Zuhörern sehr gut ankamen und die Stadtkirche mit weihnachtlichen Klängen im Übermaß erfüllte.

 

 

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